Produkttest: Ohuhu-Marker

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Was können die billigen Layoutmarker?

Ich habe in den vergangenen Monaten vermehrt nach Stiften gesucht die mir, besonders beim Karten machen, etwas Arbeit abnehmen können. Meistens habe ich mit Stempelfarbe und Wasserpinsel gearbeitet, aber es gibt kostengünstigere Methoden. Mit Holzstiften bin ich inzwischen zur Genüge eingedeckt, allerdings fehlt noch etwas in Richtung Filzstifte oder Marker. Als erster Vorschlag bin ich über die klassischen Copic-Marker gestolpert, die mit einem Preis von 6 € (netto) pro Stift schon sehr teuer daherkommen. Da ist es mir auf Dauer zu unbezahlbar jede Farbe als Copic-Marker zu besitzen. Ein wenig Geld für Stempel, Prägeschablonen und Die-Cuts muss natürlich noch übrig bleiben ;-).

Als wäre die Bastelkiste nicht schon voll genug...

 

Nach etwas Recherche auf Amazon bin ich letzte Woche auf die Permanent-Marker der Firma Ohuhu gestoßen. Im Angebot gab es 60 Stifte in 60 Farben für knapp 30€ in einer schwarzen Tragetasche. Für den Preis kann man nicht viel falsch machen, dachte ich mir und habe sofort bestellt. Ich habe mich für die Version mit der Tragetasche entschieden, da ich sonst im Bastelschrank wieder ein Aufbewahrungsproblem bekomme. Und wenn die Firma mir dafür schon eine Lösung anbietet, dann nehme ich die doch gerne an.

Schon nach zwei Tagen sind die Stifte eingetrudelt und der erste äußere Eindruck war durchweg positiv. Sie ähneln sehr den Copic-Markern in Farbe und Designform. In der schwarzen Tasche stehen die Stifte aufrecht. Obendrauf sieht man deutlich die Farben der einzelnen Stifte. Jede ist mit einer Nummer und dem Namen der Farbe beschriftet. Bei manchen Markern sind die Aufdrucke recht schwach und teilweise verschwommen.

Im Set mit den 60 Farben sind verschiedene Farbgruppen enthalten, 3 Layoutmarker, die ich der Farbgruppe rot zuordnen würde, 15 im Bereich blau/lila, 9 grün, 7 gelb/orange, 12 beige/neutral/pastell, 14 in der Farbgruppe schwarz/grau/weiß.

Jeder Stift hat zwei Seiten. Einmal eine dickere Spitze und auf der anderen Seite eine breite Farbfläche (wie beim klassischen Textmarker).
Zuerst habe ich jeden Stift geöffnet und probiert, ob alle Stifte funktionieren. Bei einem Preis von circa 50 Cent pro Stück war ich zugegebenermaßen etwas skeptisch. Für die Zukunft wird diese Farbkarte mit den Farbproben seinen Platz in der Stiftetasche finden, denn manche Stifte weichen etwas von der angegebenen Farbe auf den Deckeln ab. Von den 60 Stiften hat bei 11 Farben mindestens eine Seite nur sehr schlecht oder gar nicht funktioniert.

Die Stifte sind auf Alkoholbasis und können, laut Hersteller gut verblendet werden. Das habe ich im Folgenden auch mal ausprobiert. Ich habe mit "tuxedo black" von Memento einige Motive gestempelt und sie nach dem Trocknen mit den Ohuhu-Markern angemalt. Als Unterlage habe ich die Rückseite eines Designpapiers verwendet, da ich dieses für Scrapbooking und meine Stempel-Projekte am meisten verwende. Die Verblendung funktioniert tatsächlich recht gut. Von hell nach dunkle fast problemlos.
Auf normalem Kopierpapier funktionieren die Stifte super, sie geben die Farbe gleichmäßig ab, allerdings saugt sich das Papier mit den Alkoholfarben auf, sie lassen sich sehr schwierig verblenden.

Bei Amazon habe ich in der Produktbeschreibung einen interessanten Satz gelesen: „High Quality: Malstifte sind aus starken Pigmenten, damit Sie mindestens 300 Meter zeichnen können“. Das habe ich natürlich direkt ausprobiert und habe mir 300 m Papier vorbereitet, um zu probieren wie lange ein Stift durchhält. Ich habe zwei Farben getestet. Der eine hat deutlich vor den 300 Metern aufgegeben. Der zweite, den ich benutzt habe hat in etwa so lange gehalten wie versprochen wurde, allerdings waren die letzten Meter eine Quälerei für mich und den Stift und wahrscheinlich hätte ich ihn schon vorher weggeworfen...aber der Ehrgeiz.

Einige Farben kann ich für meine Grußkarten und Bastelarbeiten nicht gut benutzen, da sie einfach nicht meinen Geschmack treffen. Deshalb habe ich ausprobiert, ob die Ohuhu-Stifte auch als Textmarker dienen können. Eine der Farben (Nummer 123) hat das klassische Neon-Textmarker-gelb. Ich habe sowohl einen Fachtext im Bastelbuch, als auch ein paar Rezepte für mich markiert und auch das funktioniert super. Bei sehr dünnen Buchseiten muss man etwas aufpassen, da die Farbstifte durchdrücken, wie bei Alkoholmarkern üblich.

Mein Fazit: Wer Layoutstifte ständig benutzt, der hat an den Copic-Markern vermutlich mehr Spaß. Diese haben 9 austauschbare Spitzen und können auch für Airbrush verwendet werden. Allerdings sind sie sehr teuer - wer die Basisfarben besitzen möchte, der muss einige Euro investieren.

Die Marker der Firma Ohuhu geben gleichmäßig Farbe ab, sie haben qualitativ kleinste Einbußen gegen ihre großen Brüder von Copic. Sie können nicht nachgefüllt werden und haben keine austauschbaren Spitzen, es gibt auch keine Pinsel-Spitzen. Manche Stifte "bluten" ziemlich. Die meisten funktionieren aber super. Mit 50 Cent pro Stück ist der Preis kaum zu unterbieten, wobei ich im 60er-Farbset ein paar Rottöne vermisse. Der Erwerb eines Sets mit 80 Farben bei Amazon ist im Moment nicht möglich, jedenfalls habe ich keine gefunden.

Meiner Meinung nach sind sie für die Hobbykünstlerzwecke absolut ausreichend.

Wer hat selbst schon Erfahrungen mit den Ohuhu-Markern gemacht? Und welche Marker könnt ihr sonst noch zum Testen empfehlen?

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